Herkömmlichen Bohrverfahren |
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| Die meisten Baumgutachter untersuchen Bäume mit bohrenden Untersuchungsgeräten (Hohlbohrer, Resistograph etc.) auf Stand- und Bruchsicherheit. Aus den Feststellungen punktueller Wanddicke- und Festigkeitsmessungen ziehen sie Rückschlüsse auf die Baumstabilität. |
![]() Anbohren sinnlos: Ausgefaulter, jedoch bruchsicherer Baumstamm einer alten Roßkastanie.
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![]() Baumschaden: Nässendes Bohrloch an einer 500-jährigen Linde. Das Anbohrgutachten ergab fälschlicherweise Bruchgefahr, die AfB wies die Bruchsicherheit nach. |
![]() Gekappte und ausgefaulte Stämmlinge in der Krone. Anbohren sinnlos: Allein die Sichtkontrolle ergab in diesem Fall ausreichende Bruchsicherheit. |
| Vorteil des Anbohrens:
Bohrende Diagnoseverfahren sind vergleichsweise einfach in der Anwendung.
Jeder kann zum Beispiel mit einem Hohlbohrer einen Bohrkern entnehmen
und Restwanddicken bestimmen. Nachteile des Anbohrens: Mit dem Einsatz bohrender Untersuchungsgeräte in lebenden Bäumen
werden u.U. "Autobahnen für Pilze" geschaffen. Im Bohrlochbereich
stirbt gesundes Gewebe z.T. großflächig ab. Der Pilzfortschritt
und Substanzverlust führen zu einer Schwächung des Baumes. |
![]() Wissenschaftlich begleiteter Abbruchversuch an einem Ständer eines ausgefaultem Stämmlings einer gekappten Roßkastanie. Feststellung: Der Ständer war absolut bruchsicher. Der Primärbruch erfolgte im dicken Überwallungswulst bei einer Belastung von rd. 5 Tonnen. |
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| Letztendlich verursacht dies höhere Kosten, denn es wird nicht berücksichtigt, das das Widerstandsmoment in den Randbereichen des Stammes bei alten, dicken Bäumen erheblich zunimmt, das heißt sie können sehr stark ausfaulen ohne ihre Bruchsicherheit zu verlieren. Eine Verdopplung des Stammdurchmessers bedeutet eine Verachtfachung des Widerstandsmomentes !
Außerdem sind (Naturdenkmal-)Bäume häufig bereits stark beschnitten, die bruchauslösende Windlast ist stark verringert, so das auch geringste Restwanddicken tragenden Holzes von weniger als 1/10 des Radius (Ausfaulungsgrad bis mehr als 95 %) zur Bruchsicherheit genügen können. Der Arbeitsstelle für Baumstatik liegen mehrere Praxisfälle vor, in denen alte, dicke Bäume mit bohrenden Diagnoseverfahren von Baumsachverständigen falsch beurteilt wurden und gefällt werden sollten. Durch Nachmessungen mit statikintegrierten Zugprüfungen konnten sie zutreffend beurteilt und erhalten werden. Einen der veröffentlichten Praxisfälle können Sie in dem Beitrag "Bruchsicherheit verschieden beurteilt" einsehen (Link am Seitenende). Der Einsatz bohrender Untersuchungsverfahren sollte vor allem auf wissenschaftliche
Untersuchungen und Einzelfälle beschränkt bleiben. Frei gewachsene,
alte (Naturdenkmal-)Bäume sollten mit bohrenden Untersuchungsverfahren nicht
geprüft werden. Zumindest in diesen Fällen sind statikintegrierte
Untersuchungsmethoden zugunsten des Baumes vorzuziehen. |
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