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1. Einleitung |
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Baumkontrollen werden in erster Linie durchgeführt, um statikrelevante Defekte rechtzeitig zu erkennen und Schäden durch abbrechende Baumteile oder umstürzende Bäume zu vermeiden. Hierzu ist ein besonderes Fachwissen erforderlich, da abgesehen von der genetischen Veranlagung verschiedene Umweltfaktoren jede Baumgestalt individuell prägen und nur wenige Schadbilder zu verallgemeinern sind. Mit einem vereinfachten mechanischen Erklärungsmodell zum Baumwachstum wird seit einiger Zeit versucht, Symptome an Bäumen hinsichtlich ihrer Relevanz für die Verkehrssicherheit zu deuten. Das mechanische Baummodell ...geht von einem Ingenieurbaum aus: Das ist ein isolierter Baum unter optimalen Umweltbedingungen, der nur einer Belastung, der mechanischen (Windlast), ausgesetzt wird. (KULL, 1998). Verschiedene Autoren haben Hypothesen zur mechanischen Steuerung des Baumwachstums aufgestellt: Nach METZGER (1893, zitiert in FOBO, 1986) verursachen windinduzierte Biegespannungen in den Kambiumzellen einen Wachstumsreiz, der dort am größten ist, wo eine Verstärkung des Stammes aus statischen Gründen erforderlich ist. Nach YLINEN (1953, zitiert in FOBO, 1986) nimmt der Stamm von Bäumen eine derartige Gestalt an, daß die Bruchzusammendrückung der äußersten Fasern des Stammes in seiner Längsrichtung konstant ist. Die Steuerung des sekundären Dickenwachstums erfolgt nach MATTHECK (1992) durch das Axiom konstanter Spannung. Dadurch verrate der Baum mechanisch relevante Defekte durch Gestaltabweichungen auf der Oberfläche tragender Baumteile. Bei Baumkontrollen müsse auf eben diese Symptome geachtet werden. Tatsächlich muß ein Baum jedoch auf viele Umwelteinflüsse gleichzeitig reagieren. Den größten Einfluß auf die zumeist auch gestaltprägende Reaktion hat der Faktor, der am weitesten vom Optimum entfernt ist. Ein biologischer Baum unterliegt hauptsächlich folgenden Einflüssen: ·
Diese Faktoren sind nicht unabhängig voneinander, sondern bilden ein Netzwerk und sind rückgekoppelt: ... (KULL, 1998). Der biologische Baum, mit dem es der Baumkontrolleur zu tun hat, zeigt auf der Baumoberfläche sowohl Symptome, die rein biologisch bedingt sind, als auch durch mechanische Wirkung entstanden sein können. Da es DAS eindeutige Defektsymptom nur selten gibt, im Gegenteil, sich zumeist die verschiedenen Ursachen für Gestaltausprägungen an Bäumen überschneiden und sich Symptome mit unterschiedlichen Ursachen trotzdem gleichen können, muß eine qualifizierte Baumkontrolle die Kentnisse vom biologischen Baum zugrundelegen. Dies ermöglicht -entsprechendes Fachwissen vorausgesetzt- eine wesentlich höhere Trefferquote im Erkennen statikrelevanter Schäden. Die überwiegende Zahl der Bäume kann allein durch die Sichtkontrolle sicher beurteilt werden. In diesem Aufsatz sollen das Modell des Ingenieurbaumes hinterfragt und Hinweise für qualifizierte Baumkontrollen gegeben werden. |
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