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Baumschäden, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, können im Vorfeld
des Baumversagens in der Regel an bestimmten Schadsymptomen erkannt werden.
Eindeutige statikrelevante Schadsymptome sind dabei von meistens unbedeutsamen
Symptomen, wie zum Beispiel biologisch bedingten, abzugrenzen. Hinsichtlich
der Baumstatik gibt es nur acht bedeutsame und eindeutige Schadsymptome.
Werden diese erkannt, kann das Gefährdungspotential sicher eingeschätzt
werden. Diese Einschätzung beruht insbesondere auf den Erfahrungen aus
statikintegrierten Baummessungen sowie Gerichts- und Versicherungsgutachten
zur Ursachenermittlung von Baumversagen.
Biostatische Baumkontrollen haben seit langem ihre Praxistauglichkeit
bewiesen. Das nachfolgend vorgestellte Handlungskonzept versteht sich
als Wegweiser für Baumkontrolleure. Aufgrund der Zusammenführung von Biologie
und Statik ist die biostatische Baumkontrolle ein sicheres Instrument
zur Vermeidung vorhersehbarer Schäden durch Bäume und zur Schonung des
Baumbestandes.
In Teil 1 wird das wichtigste eindeutige Schadsymptom, Pilzfruchtkörper,
sowie ihre Bedeutung für die Baumstatik, vorgestellt. In Teil 2 des Aufsatzes
werden die sieben anderen eindeutigen Schadsymptome beschrieben und in
Teil 3 hinweisende Symptome / Anzeichen behandelt.
Kontrollwerkzeuge und Schadsymptome
Die drei Kontrollwerkzeuge Der Baumkontrolleur benötigt lediglich 3 Werkzeuge
zur Durchführung biostatischer Baumkontrollen:
1. Stechbeitel (Abklopfen und Überprüfen des Stammfußes bei Verdacht auf
Fäule),
2. Fernglas (Beurteilen von Symptomen in der Krone),
3. Zollstock (Messen der Tiefe von Höhlungen / des Stammdurchmessers).
Vorhersehbares Baumversagen läßt sich bei Beachtung der nachfolgenden
acht eindeutigen Schadsymptome weitgehend ausschließen.
1. Pilzfruchtkörper holzabbauender Arten,
2. abgestorbene Rindenpartien / Einwallungen (Hinweis auf pilzbedingte
Fäule),
3. tiefreichende Höhlungen,
4. V-förmige Vergabelungen,
5. Astbruch beziehungsweise angebrochene Stämme,
6. verlassene Spechthöhlen,
7. Totäste in der Krone und
8. Stammnahe, konzentrisch verlaufende und aufklaffende Bodenrisse.
Ein eindeutiges Schadsymptom ist stets ein sicherer Hinweis auf einen
statikrelevanten Schaden. Es darf nicht übersehen werden. Daneben können
hinweisende Symptome auf baumstatische Probleme deuten. Zumeist sind sie
jedoch hinsichtlich der Stand-/Bruchsicherheit ohne Belang. Auf hinweisende
Symptome wird in Teil 3 dieses Beitrages eingegangen.
Baumversagen ist nicht immer vorhersehbar. Es können sowohl intakte Bäume
versagen als auch Bäume mit Vorschäden, die bei der Sichtkontrolle nicht
feststellbar waren. Vorhersehbares Baumversagen geht in der Regel mit
einem der oben genannten acht eindeutigen Schadsymptome einher.
Pilzfruchtkörper holzabbauender Arten
Erstes und wesentliches Schadsymptom am stehenden Baum sind die ausgebildeten
Pilzfruchtkörper holzabbauender Arten. In der Regel treten sie erst viele
Jahre nach einer bedeutsamen Schädigung auf, wenn die Holzzersetzung bereits
weiter fortgeschritten ist. Ausgangspunkt von Holzzersetzungen sind fast
immer Verletzungen. Stadtbäume sind meist im Wurzelbereich vorgeschädigt.
Das Mycel holzzerstörender Pilze „arbeitet“ sich von den Kappungsstellen
der Wurzeln im Laufe der Jahre immer weiter vor bis zum Stamm. In diesem
Fall erscheinen die Pilzfruchtkörper zuerst am Stammfuß zwischen den Wurzelanläufen.
Desweiteren können Pilzfruchtkörper an Schadstellen an weiter oben liegenden
Baumteilen auftreten. Eintrittspforten waren dann meist Anfahrschäden,
Astabschnitte, Kronenanker etc. Ungeachtet der Pilzart lassen die verschiedenen
Befallsbilder bereits erste Rückschlüsse auf die Gefährlichkeit zu.
1. Auftretensort
Wächst ein Pilzfruchtkörper am Stamm oder in der Krone durch die intakt
erscheinende Borke hindurch, muß von einer umfangreichen Fäule ausgegangen
werden. Beim Auftreten an Astungswunden oder oberflächlichen Stammschäden
kann eine nur örtlich begrenzte Fäule vorliegen. Treten Pilzfruchtkörper
örtlich zusammen mit einem weiteren eindeutigen Schadsymptom auf, daß
heißt an tiefreichenden Höhlungen oder an verlassenen Spechthöhlen, besteht
erhöhte Bruchgefahr. Dies gilt insbesondere für den Bereich V-förmiger
Vergabelungen.
2. Baumform
Ist ein pilzbefallener Stammfuß stark verbreitert (kräftige Wurzelanläufe,
Wurzelplatte), so ist der Baum meistens noch sicher. Bei „normaler“ Wurzelanlaufbildung
kann Kipp-/Bruchgefahr bestehen. Ist eine nur schwache oder sogar keine
Verbreiterung der Stammbasis feststellbar, ist der Pilzbefall in der Regel
verkehrsgefährdend. Bestandsbäume, die schlank und hoch gewachsen sind,
weisen grundsätzlich geringe Sicherheitsreserven auf, frei gewachsene
Bäume mit ihrer eher gedrungenen Baumform verfügen im Vergleich dazu über
wesentlich höhere Sicherheitsreserven (unterschiedlicher Sicherheitsfaktor).
3. Befallsstadium / Baumgröße / Baumart
Im Anfangsstadium der Fruchtkörperbildung sind viele Bäume noch
sicher. Als Anfangsstadium definiert der Verfasser das erstmalige Auftreten
von einem Pilzfruchtkörper.
Im fortgeschrittenen Befallsstadium, d.h. wenn Pilzfruchtkörper
zumindest an zwei Stammseiten auftreten oder wenn sie an einer Stelle
gehäuft erscheinen beziehungsweise wenn sie schon seit vielen Jahren auftreten,
besteht erhöhte Kipp-/Bruchgefahr.
Im weit fortgeschrittenen Befallsstadium erscheinen Pilzfruchtkörper
an drei und mehr Stammseiten beziehungsweise massiv gehäuft zumindest
an einer Stelle. Meistens besteht dann Kipp-/Bruchgefahr (Ausnahme vor
allem Riesenporling an Rotbuche).
In diesem Befallsstadium sind Bäume nur noch dann sicher, wenn sie frei
gewachsen und bereits gekappt sind und/oder wenn sie sich durch hohe Materialfestigkeiten
und gutes Abschottungsvermögen auszeichnen, wie Stieleiche, Esche, Platane.
Desweiteren spielt die Aggressivität der Pilzgattung/-art eine bedeutsame
Rolle. Die verschiedenen Befallsstadien im nachfolgenden Text beziehen
sich jeweils auf die für den Baumkontrolleur feststellbare Pilzfruchtkörperbildung.
Bekannterweise kann ein Pilzbefall im Baum schon Jahrzehnte gedauert haben,
bevor erste Pilzfruchtkörper gebildet werden. Außerdem ist das Befallsbild
je nach Pilzart unterschiedlich, diese Einteilung in drei Befallsstadien
also nur ein grobes Raster.
Im einzelnen hängt die Gefährlichkeit eines Pilzbefalles hinsichtlich
der Baumstatik ab von
· Pilzart
· Befallsstadium
· Ort des Auftretens
· Baumart
· Baumgröße (Verhältnis Windangriffsfläche zu Stammdicke)
· Baumform (Wurzelanläufe, Bestandsbaum / frei gewachsen)
Die gefährlichsten Pilzarten und ihre Erscheinungsbilder je nach Fäulefortschritt
muß der Baumkontrolleur kennen. Er sollte auch in der Lage sein, z.B.
harmlose Streuzersetzer, die am Stammfuß von Bäumen auftreten können,
auszuschließen. Können Pilzfruchtkörper nicht zugeordnet werden, gilt
grundsätzlich: Vorsicht!, wenn sie auf dem Holzkörper des Baumes ansitzen.
Die Pilzfruchtkörper der 13 nachfolgenden wichtigsten Gattungen / Arten
an Stadtbäumen sollte und zumindest die 11 gefährlichsten muß ein Baumkontrolleur
kennen (geordnet nach der Gefährlichkeit / Häufigkeit in 3 Stufen von
oben nach unten). Falls Meßerfahrungen mit statikintegrierten Zugversuchen
(AfB- und Elastomethode) vorliegen, erfolgt eine Wertung des Pilzbefalles
hinsichtlich der Auswirkung auf die Baumstatik.
Die nachfolgende Auswertung beruht insbesondere auf eigenen Praxiserfahrungen
der Untersuchung pilzbefallener Bäume und bringt aufgrund der Stand- und
Bruchsicherheitsmessungen mit der AfB-Methode und Elastomethode neue Erkenntnisse
zur visuellen Beurteilung der Baumstatik, die fester Bestandteil biostatischer
Baumkontrollen sind.
ÜBERSICHT PILZART / AUFTRETENSZEITRAUM UND -BEREICH
Pilzart
(Zeitraum der Fruchtkörperbildung. und Auftretensbereich)
-1 Ganoderma applanatum und G. adspersum
(ganzjährig, mehrjährige Fruchtkörper. Stammfuß / Höhlungen / Stammkopf)
-2: Hypoxylon deustum
(imperfekte grauweiße Fruchtkörper. von April bis Juni, dann perfektes
Stadium, schwarze Färbung, ganzjährig.
Stammfuß / Höhlungen am Stamm).
-3 Laetiporus sulphureus
(kurzlebige Fruchtkörper ab Mai bis Herbst, weißliche, entfärbte Fruchtkörperreste
können noch bis zum nächsten Jahr ansitzen
Stammfuß / Stamm / Krone)
-4: Inonotus hispidus
(kurzlebige Fruchtkörper (Juni bis Sept.), abgestorbene schwarze Fruchtkörper(reste)
häufig bis zum nächsten Jahr ansitzend.
Stamm / Krone)
-5: Meripilus giganteus
(kurzlebige Fruchtkörper von Juli bis November, zerfallene schwarze Fruchtkörperreste
noch etwas länger feststellbar.
Stammfuß / Baumstandort bis in mehrere Meter Entfernung vom Stamm)
-6: Pholiota squarrosa
(kurzlebig ab August bis November, eingetrocknete rotbraune Fruchtkörperreste
können bis in den Sommer des nächsten Jahres erkennbar sein.
Stammfuß, da an Stielen, oft einige cm seitlich der Stammbasis auftretend)
-7: Phellinus ssp.
(ganzjährig / mehrjährig.
Stamm / Krone)
-8: Piptoporus betulinus
(ganzjährig, mehrjährige Fruchtkörper.
Stamm / Krone)
-9: Fomes fomentarius
(einjährig, das ganze Jahr über feststellbar.
Stamm / Krone)
-10: Armillaria mellea und A. ssp.
(kurzlebige Fruchtkörper von Juli bis November.
Stammfuß / Höhlungen)
-11: Polyporus squamosus
(kurzlebige Fruchtkörper im Sommer bis Herbst.
Krone / Stamm)
-12: Inonotus dryadeus
(Sommer bis Herbst.
Stammfuß / Stamm)
-13: Fistulina hepatica
(Sommer bis Herbst, im Anfangsstadium nicht alljährlich.
Stamm / Höhlungen)
Die Übersicht zeigt die Zeiträume, in denen die 13 wichtigsten Pilzgattungen
an Bäumen anhand der Fruchtkörperbildung festgestellt werden können sowie
die Auftretensbereiche. Differenzen in der Häufigkeit des Auftretens sind
je nach Standort möglich:
Der Zottige Schillerporling zum Beispiel ist eine wärmeliebende Art, die
im Rhein-Main-Gebiet allgemein häufiger anzutreffen ist als zum Beispiel
im norddeutschen Flachland. Aus der Übersicht wird deutlich, daß
die jährliche Baumkontrolle ab August/September durchgeführt und bis zum
Winter beendet sein sollte. In dieser Zeit sind die Pilzfruchtköper bzw.
deren Reste fast aller statikrelevanten Gattungen feststellbar. Bei größeren
Baumbeständen empfiehlt sich ein turnusmäßiger Wechsel.
Die zwei gefährlichsten / häufigsten Pilzgattungen/-arten
Zunächst werden die zwei gefährlichsten Pilzgattungen/-arten
und bedeutsamsten Schaderreger unter den holzabbauenden Pilzen an Stadtbäumen
genannt. Jeder Baumkontrolleur muß sie kennen. Ein Befall kann hier -wenn
Pilzfruchtkörper ausgebildet sind- ganzjährig festgestellt werden. ·
Lackporlinge (Ganoderma applanatum
und G. adspersum u.a.)
Vorkommen an allen Laubbaumarten, am häufigsten an Eiche und Linde, selten
an Nadelbäumen. Die Arten sind morphologisch und in Bezug auf das Schadbild
ähnlich. Für die Praxis ist eine Unterscheidung nicht erforderlich. Sie
gehören zu den gefährlichsten Holzzersetzern überhaupt: Beim Auftreten
ihrer Fruchtkörper ist bei noch nicht gekappten Bäumen zunächst mit Kipp-/Bruchgefahr
zu rechnen.
Bäume mit sehr dicken Stämmen und / oder gekappte Bäume können noch sicher
sein. Die Gefährlichkeit eines Pilzbefalles mit Ganoderma ist außerdem
je nach Baumart unterschiedlich. Arten wie die Stieleiche widerstehen
noch lange, Linden dagegen offenbar nicht.
Bisher waren alle mit Ganoderma befallenen und gemessenen Linden bruchgefährdet
(keine davon war bereits gekappt, alle mit Befall im fortgeschrittenem
Stadium), während rund 71 % der gemessenen Stieleichen noch sicher waren
(ebenfalls -bis auf 1 Ausnahme- nicht gekappte Bäume und fortgeschrittener
Befall).
Eine 18,4 m hohe freistehende Naturdenkmal-Eiche mit einem Stammumfang
von 3,45 m wies trotz fortgeschrittenem Befall (Pilzfruchtkörper auf 2
Stammseiten) noch 4,3-fache Bruchsicherheit auf.
Zur Standsicherheit: Die Standsicherheit wurde bei ca. 4 % der gemessenen
Bäume nachhaltig beeinträchtigt (Standsicherheitsklasse 3 = grenzwertig
standsicher), ca. 10 % aller gemessenen Bäume waren kippgefährdet. ·
Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum)
Vorkommen an verschiedenen Laubbaumarten, vor allem an Rotbuche und Linde,
weniger häufig an Ahorn, Roßkastanie etc. Das Auftreten der Pilzfruchtkörper
an der Stammbasis durch die intakt scheinende Borke hindurch ist ein Hinweis
auf ausgedehnte Fäulen und Kipp-/Bruchgefahr. Nur rund 20 % der gemessenen
Linden mit diesem Befallsbild waren noch bruchsicher.
Haben die befallenen Bäume, vor allem alte Rotbuchen, eine breite Stammbasis
mit kräftigen Wurzelanläufen ausgebildet, die als regelrechte Wurzelplatte
ausgeformt sein kann, sind die Bäume meistens noch sicher.
Beim Auftreten an Schadstellen im Bereich über den Wurzelanläufen, zum
Beispiel an alten Stämmlingskappungen, kann der befallene Baum ebenfalls
noch sicher sein.
Ein nicht gekappter Spitzahorn mit Befall in der Anfangsphase bis fortgeschrittenen
Phase an einer tiefreichend eingefaulten Stämmlingskappung in ca. 3 m
Höhe war noch mit 2,1-facher Sicherheit bruchsicher.
Zur Standsicherheit: Die Standsicherheit wurde bei ca. 8 % aller gemessenen
Bäume nachhaltig beeinträchtigt (grenzwertige Standsicherheit), es war
jedoch kein Baum kippgefährdet.
Ein Baumkontrolleur einer großen mittelhessischen Stadt berichtete dem
Verfasser, daß eine Linde ohne äußerlich erkennbare Symptome abgebrochen
war und Sachschäden angerichtet hatte. Anhand der schwarzen Demarkationslinien
im inneren des weitgehend abgebauten Stammholzes diagnostizierte er nach
dem Baumversagen einen Befall mit dem Brandkrustenpilz.
Einen vergleichbaren Fall des Baumversagens einer Linde hat der Verfasser
vor einigen Jahren für ein Straßenbauamt untersucht. In beiden Fällen
war das pilzbedingte Baumversagen unvorhersehbar, da keinerlei Schadsymptome
ausgebildet waren.
Der Brandkrustenpilz hinterläßt schwarze Begrenzungslinien einzelner Befallszonen
im weißfaulen Holz.
Neun weitere gefährliche / häufige Pilzgattungen/-arten
Die nächsten neun weiteren Pilzgattungen/-arten sind ebenfalls bedeutsame
und zumeist häufige Schaderreger an Stadtbäumen, die ein Baumkontrolleur
kennen muß. Sie sind jedoch zumindest in der Anfangsphase des Befalls
grundsätzlich weniger gefährlich als die zwei erstgenannten Gattungen
oder nur selten anzutreffen.
Schwefelporling (Laetiporus sulphureus)
Vorkommen insbesondere an Eichen und Robinien, auch an Weidenbäumen, an
einigen anderen Baumarten nur selten. Bisher waren auch im fortgeschrittenen
Befallsstadium alle gemessenen Eichen stand- und bruchsicher (Standsicherheitsklasse
1, geringster Bruchsicherheitswert = 2,1-fache Sicherheit).
Die untersuchten Eichen wiesen aufgrund ihrer Wuchsform (freistehend)
stets hohe Sicherheitsreserven auf, d.h. bei Bestandsbäumen, die in enger
Nachbarschaft zu Nachbarbäumen stehen (schlanke, hohe Wuchsform) ist Vorsicht
geboten. Ebenfalls bei weit fortgeschrittenem Pilzbefall.
Gemessene freistehende Robinien waren im Anfangsstadium des Befalls stets
bruchsicher, erst bei weit fortgeschrittenem Befall bestand stets Bruchgefahr.
Reicht ein fortgeschrittener Befall bis hoch in die Krone besteht die
Gefahr von Starkastausbrüchen.
Zur Standsicherheit: Diese wird aufgrund des Befallsschwerpunktes an oberirdischen
Baumteilen meistens nicht beeinträchtigt. Lediglich in einem Fall war
eine schiefstehende Robinie mit weit fortgeschrittenem Befall bis in den
Stammfußbereich hinein kippgefährdet.
Zottiger Schillerporling (Inonotus hispidus)
Vorkommen vor allem an Platane, Esche, Schnurbaum sowie Walnußbaum und
nur sporadisch an anderen Laubbäumen (häufig auch an Apfelbäumen, mit
denen ein städtischer Baumkontrolleur jedoch nur selten zu tun hat).
Der Pilz kommt fast ausschließlich an alten Astabbruchstellen, Astabschnitten
und Kronenankern vor. Außer an den Fruchtkörpern kann ein Befall an den
oftmals deutlichen Rindennekrosen an den Überwallungswülsten um die Schadstelle
erkannt werden, da der Pilz im Befallsbereich auch das Kambium parasitieren
kann.
Der Stämmling einer frei gewachsenen etwa 100-jährigen nicht gekappten
Platane in Frankfurt/M. war etwa 10 Jahre nach erster Fruchtkörperbildung
noch ausreichend bruchsicher (geringster Bruchsicherheitswert = 1,6-fache
Sicherheit).
Drei nicht gekappte, frei gewachsene Eschen wiesen im Anfangsstadium des
Befalles am Stamm um 3-fache Bruchsicherheit auf.
Bei einer weiteren Esche dieses Bestandes war in weit fortgeschrittenem
Befallsstadium ein horizontal gewachsener Starkast ausgebrochen, der Stamm
war noch grenzwertig bruchsicher (1,4-fache Bruchsicherheit). Außer an
den zahlreichen Pilzfruchtkörpern, die bereits durch die Borke hindurch
wuchsen, wiesen absterbende Kronenteile auf das weit fortgeschrittene
Befallsstadium hin.
Eine weitere Esche am selben Standort war in Konkurrenz zu den Nachbarbäumen
wie ein Waldbestandsbaum schlank und hoch gewachsen (= geringe Sicherheitsreserven).
Der Pilzbefall war im Anfangsstadium bis fortgeschrittenen Stadium. Der
Baum war bruchgefährdet. An diesem Baum war außerdem eine Spechthöhle
über der pilzbefallenen Stelle.
Fazit: Ausbruchgefahr besteht bei dieser Pilzart erst ab fortgeschrittenem
Befallsstadium (abnehmende Vitalität / 1 Pilzfruchtkörper schon seit vielen
Jahren beziehungsweise gehäuftes Auftreten von Pilzfruchtkörpern). Ausnahmen
können schlanke und hoch gewachsene Bestandsbäume mit geringeren Bruchsicherheitsreserven
beziehungsweise deren Stämmlinge sowie mehr oder weniger horizontal wachsende
Stämmlinge / Hauptäste sein.
Standsicherheitsprobleme wurden wegen der Beschränkung des Befalles auf
obere Stammbereiche beziehungsweise auf die Krone bislang nicht festgestellt.
Riesenporling (Meripilus giganteus)
Vorkommen vor allem an Rotbuchen, selten an Eichen, vor allem Roteichen,
sporadisch an wenigen anderen Laubbaumarten.
Die Bruchsicherheit des Stammes kann der Pilz offenbar nicht bedeutsam
verringern (bisher geringster Bruchsicherheitswert bei weit fortgeschrittenem
Befall = 2,7-fache Bruchsicherheit am Stammfuß).
Der Pilz ist ein wurzelbürtiger Fäuleerreger und beeinträchtigt die Standsicherheit.
Es waren rund 87 % der gemessenen Rotbuchen standsicher. Entscheidend
für die visuelle Beurteilung des Gefährdungspotentials ist weniger der
Befallsfortschritt als vielmehr die Wuchsform des befallenen Baumes.
Rotbuchen mit kräftigen Wurzelanläufen, die als regelrechte Wurzelplatte
ausgebildet sein können, waren auch bei weit fortgeschrittenem Befall
stets standsicher.
Ein etwa 100-jähriger Baum mit weit fortgeschrittenem Befall war bereits
am Absterben und noch immer hochgradig stand- und bruchsicher.
Eine etwa 120-jährige freistehende Rotbuche mit sehr kräftigen Wurzelanläufen
in Frankfurt/M. ist seit etwa 8 Jahren trotz starker Fruchtkörperbildung
zwischen sämtlichen Wurzelanläufen und Absterbeerscheinungen in der Krone
immer noch standsicher.
Eine Roteiche mit weit fortgeschrittenem Befall, die schlank und hoch
gewachsen war (Bestandsbaum) erwies sich als kippgefährdet, eine Stieleiche
mit Befall im Anfangsstadium und gleichzeitigem fortgeschrittenen Befall
durch den Tropfenden Schillerporling war stand- und bruchsicher.
Sparriger Schüppling (Pholiota squarrosa)
Vorkommen vor allem an Linde, auch Rotbuche, seltener an Esche, Ahorn
etc.
Bisher waren rund 43 % der gemessenen freistehenden Bäume stand- und bruchsicher.
Bei diesen sicheren Bäumen war der Pilzbefall stets im Anfangsstadium
beziehungsweise im Anfangsstadium bis fortgeschrittenen Stadium.
Bruchgefährdete Bäume wiesen fortgeschrittenen Pilzbefall mit dem Auftreten
von Pilzfruchtkörpern auf allen Stammseiten beziehungsweise zusätzlichen
Befall mit dem Brandkrustenpilz auf.
Kippgefährdet war keiner der gemessenen Bäume.
Schlank und hoch gewachsene Bestandsbäume sind -wie bereits ausgeführt-
anders zu bewerten.
Gar nicht so selten können im Stamm- und Kronenbereich von Laubbäumen,
insbesondere Linden, an Astlöchern u.ä. ab Spätherbst bis Dezember die
einfarbig gelben, bestielten Fruchtkörper des Goldfellschüpplings
(bot.: Pholiota aurivella) festgestellt werden. Der Pilz ist weniger
aggressiv und bei vitalen und gut abschottenden Baumarten hinsichtlich
der Verkehrssicherheit eher ohne Bedeutung. Bei geschwächten Weichhölzern,
wie zum Beispiel Pappeln, kann der Pilzbefall gefährlich sein.
Feuerschwamm (Phellinus ssp.) Die
vielen verschiedenen Arten des Feuerschwamms sind mehr oder weniger auf
bestimmte Baumarten spezialisiert. Für den Baumkontrolleur bedeutsam sind
der Eichen-Feuerschwamm (an Eichen), der Espen-Feuerschwamm (vor allem
an Zitterpappel, selten an anderen Pappelarten) sowie andere Feuerschwammarten
vor allem an Weidenbäumen.
Während der Eichen-Feuerschwamm bei seinem Auftreten vor allem an Astungswunden
als weniger gefährlich gilt, d.h. Bruchgefahr soll erst Jahre oder gar
Jahrzehnte nach dem ersten Auftreten der Pilzfruchtkörper bestehen (dies
entspricht auch der eigenen Erfahrung, Meßergebnisse liegen allerdings
bislang nicht vor), ist ein Befall durch die anderen Feuerschwammarten
an Weichholzarten wie Pappel und Weide stets bedeutsam.
Eine freistehende und nicht gekappte Trauerweide erwiesen sich bei statikintegrierten
Zugmessungen als bruchgefährdet. Der Pilzbefall war bereits in weit fortgeschrittenem
Befallsstadium.
In einem Berliner Park führte 1986 ein Stämmlingsausbruch aus einem mit
Phellinus befallenen Baum zu einem Unfall mit Todesfolge. Der Pilzbefall
im Bereich der V-förmigen Vergabelung (2 eindeutige Schadsymptome zusammen!!)
hätte bei Sichtkontrollen als gefährlich erkannt werden müssen.
In einem anderen Praxisfall war aus einem größeren Baumbestand aus Silberweiden
ein Baum auf einen Parkplatz gestürzt. Sowohl dieser als auch alle anderen
Bäume des Bestandes wiesen weit fortgeschrittenen Befall mit Phellinus
auf und mußten wegen Kipp-/Bruchgefahr gefällt werden..
Birkenporling (Piptoporus betulinus)
Dieser streng wirtsspezifische Pilz befällt alte, geschwächte Birken,
insbesondere unterständige Bäume die unter Lichtmangel leiden. Deshalb
ist er eher selten und vor allem in Parkanlagen anzutreffen.
Beim Auftreten von Pilzfruchtkörpern an Bestandsbäumen besteht nach den
Erfahrungen des Verfassers stets Bruchgefahr. Häufig deuten abgestorbene
Kronenteile auf ein fortgeschrittenes Befallsstadium hin.
Eine Birke mit Pilzbefall in weit fortgeschrittenem Befallsstadium war
laut Meßergebnis bruchgefährdet.
Zunderschwamm (Fomes fomentarius) Vorkommen vor allem an
alten Rotbuchen im Wald, selten in Parkanlagen sowie in Ausnahmefällen
an einigen anderen Laubbaumarten.
Dieser typische Vertreter von holzzerstörenden Pilzen in Buchenwäldern
wird deshalb aufgeführt, da dem Verfasser zwei Fälle pilzbedingten Baumversagens
im städtischen Bereich bekannt sind.
In einem Fall war auf einem Privatgrundstück aus einer etwa 100-jährigen
Rotbuche mit fortgeschrittenem Befall ein Starkast ausgebrochen und hatte
Sachschäden verursacht.
In dem anderen Fall war ein Stämmling mit weit fortgeschrittenem Befall
aus einer etwa 120-jährigen Rotbuche, die in einer innerstädtischen Parkanlage
steht, ausgebrochen.
Nach diesen Erfahrungen sind freigewachsene Rotbuchen spätestens im fortgeschrittenen
Befallsstadium durch den Zunderschwamm bruchgefährdet.
Der Zunderschwamm hinterläßt schwarze Begrenzungslinien einzelner Befallszonen
im weißfaulen Holz.
Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea)
und andere Arten
Vorkommen an allen Baumarten (sehr geringe Wirtsspezifität).
Dieser häufige Pilz wird wegen der Kurzlebigkeit seiner Fruchtkörper oft
übersehen. Er unterscheidet sich von seinen „Kollegen“ im Befallsmuster:
Während andere Pilzarten den lebenden Splintholzbereich der Bäume zunächst
meiden und sich über den Abbau des inaktiven Holzes im zentralen Bereich
des Stammes von innen nach außen „vorarbeiten“, ist die Besiedlungsweise
des Hallimasch genau umgekehrt:
Er dringt über die Wurzeln oder Verletzungen an der Stammbasis unter
der Borke in den Splintholzbereich ein und unterbricht dort die Leitbahnen.
Bei wenig vitalen Bäumen tötet der Pilz allmählich weite Bereiche des
Kambiums und des Leitbahnsystems ab, in der Folge stirbt der Baum spätestens
nach einigen Jahren, ohne daß es zu einer Beeinträchtigung der Stand-/Bruchsicherheit
kommt.
Der Befall kann an der sich ablösenden Borke (hohler Klang beim Abklopfen)
und dem darunter liegenden weißen, fächerförmigen Mycel sowie den rasch
voranschreitenden Absterbeerscheinungen in der Krone erkannt werden.
Vitale Bäume können den Pilzbefall eingrenzen. Gut abschottende Baumarten,
wie die Eiche, begrenzen den Pilz dann in seiner Ausbreitung nach allen
Seiten.
Weniger widerstandfähige Baumarten wie Fichten und Pappeln können die
Ausbreitung des Pilzes in das Stamminnere nicht verhindern, so daß sich
im Laufe der Zeit eine umfangreiche verkehrsgefährdende Fäule entwickeln
kann.
Dies kann außer an vitalen Fichten und Pappeln seltener auch bei Roßkastanie,
Ahorn und Rotbuche vorkommen.
Die älteste Rotbuche Belgiens, die in Brüssel steht / stand, ist unter
anderem diesem Pilz zum Opfer gefallen.
Schuppiger Porling (Polyporus squamosus)
Vorkommen vor allem an Roßkastanie, Ahorn und Linde, seltener an einigen
anderen Laubbaumarten.
Der Weißfäulerreger gilt zumindest in der Anfangsphase des Pilzbefalles
allgemein als weniger gefährlich, erst bei weit fortgeschrittenem Befallsstadium
soll Bruchgefahr insbesondere von Ästen aus der Krone, bestehen.
Der Stämmling eines nicht gekappten Spitzahornbaumes ist trotz der Ausbildung
von Pilzfruchtkörpern an der eingefaulten Basis seit ca. 3 Jahren nach
visueller Beurteilung bruchsicher.
Roßkastanien wiesen ca. 2 Jahre nach ihrer Kappung starken Befall mit
Schuppigem Porling auf. Zum Teil waren die ganzen Baumkronen durchwachsen
und die Pilzfruchtkörper erschienen außer an den Kappungsstellen auch
an alten, eingefaulten Schadstellen. Die Stämmlinge waren nach visueller
Beurteilung vor allem aufgrund der durch die Kappung stark verringerten
Windlast bruchsicher.
Zwei weitere, weniger gefährliche / häufige Pilzgattungen/-arten
Nachfolgend werden zwei weitere, jedoch hinsichtlich der Stand-
und Bruchsicherheit weniger bedeutsame beziehungsweise eher selten anzutreffende
holzabbauende Pilzarten aufgeführt (dennoch: Vorsicht spätestens in fortgeschrittenem
Befallsstadium).
Tropfender Schillerporling (Inonotus
dryadeus)
Vorkommen an Eichen, der Pilz ist selten.
Eine Stieleiche, die seit vielen Jahren die Ausbildung eines großen Pilzfruchtkörpers
am Stammfuß zeigt und deren eine Stammhälfte im unteren Stammbereich bereits
abgestorben und ausgefault ist, war trotzdem noch hochgradig stand- und
bruchsicher (Standsicherheitsklasse 1 und 2,1-fache Bruchsicherheit).
Der Pilz gilt allgemein insbesondere in der Anfangsphase des Befalls als
weniger gefährlich.
Leberpilz oder Ochsenzunge (Fistulina
hepatica)
Vorkommen insbesondere an Eichen, sehr selten an Eßkastanie und Platane.
Alle bislang gemessenen Eichen waren auch bei fortgeschrittenem Pilzbefall
und schwersten Ausfaulungen bis unter etwa 1/30 Restwandstärke gesunden,
tragenden Holzes, noch hochgradig stand- und bruchsicher. Es handelte
sich jeweils um freistehende und bereits gekappte beziehungsweise allmählich
absterbende Naturdenkmalbäume.
Nach den Erfahrungen des Verfassers können bei Kenntnis dieser wenigen
Pilze die allermeisten der an Stadt- und Parkbäumen vorkommenden und hinsichtlich
der Baumstatik bedeutsamen pilzlichen Schaderreger bestimmt werden. Andere
holzzerstörende Pilzarten werden wegen der vergleichbaren Befallsbilder
ebenfalls erkannt.
Einige weitere an Stadtbäumen vorkommende Pilzarten
Weitere, jedoch nur selten an Stadt- und Parkbäumen anzutreffende
und/oder weniger aggressive holzzersetzende Pilzarten:
* Der Austernseitling wächst von Oktober bis Dezember an den Wundstellen
der Stämme von Linden, seltener an Ahorn, Roßkastanie etc.
* Die Pilzfruchtkörper des Klapperschwamms sind von Sommer bis
Herbst an Stammfuß / Wurzelanläufen alter Eichen feststellbar.
* Die Schmetterlingstramete kann ganzjährig an Wunden am Stamm
und in der Krone von Eiche, Linde, Rotbuche, Roßkastanie etc. festgestellt
werden.
Der Pilz verursacht eine meist lokal begrenzte und hinsichtlich der Bruchsicherheit
unbedeutende Weißfäule.
Eine großflächig am Stamm befallene Linde war noch hochgradig stand- und
bruchsicher.
* Der Eichenwirrling kann an den Astungswunden lebender Eichen
beobachtet werden. Der Braunfäuleerreger beschränkt sich in der Regel
auf den Abbau des Kernholzes und kann erst in weit fortgeschrittenem Befallsstadium
zu Bruchsicherheitsproblemen führen.
Auf die weiteren nur selten vorkommenden holzabbauenden Pilzarten an städtischen
Laub- und Nadelbäumen wird im Rahmen dieses Aufsatzes nicht eingegangen.
Ein Baumkontrolleur hat mit dem Basiswissen um die o.g. 11 beziehungsweise
13 wichtigsten Pilzgattungen das notwendige Basiswissen, die gravierendsten
und häufigsten Fälle eines statikrelevanten Pilzbefalles zu erkennen und
zu bewerten.
Grundsätzlich ist beim Auftreten von Pilzfruchtkörpern der o.g. Holzzersetzer
eine meßtechnische Untersuchung der Stand-/Bruchsicherheit erforderlich,
auch wenn das Auftreten von Pilzfruchtkörpern parasitisch lebender Arten
nicht gleichzusetzen ist mit einer Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit,
wie in den Beispielen oben dargelegt.
Der Holzabbau kann je nach Baumart und Pilzart über viele Jahre, sogar
über Jahrzehnte, noch „im grünen Bereich“ verlaufen, vor allem wenn es
sich um eine wenig aggressive Pilzart handelt, der Pilzbefall noch im
Anfangsstadium der Fruchtkörperbildung ist und der Baum über große Sicherheitsreserven
verfügt (Stichworte: Dicker Stamm, gekappte Krone) und noch gute Zuwachsraten
aufweist (Stichwort: Vitalität).
LITERATUR:
* Butin, H.: Krankheiten der Wald- und Parkbäume. Georg Thieme Verlag
1989
* Dujesiefken, D., A. Wohlers und Th. Kowol: Die Hamburger Baumkontrolle
- der Leitfaden für eine fachgerechte Baumkontrolle. In: Jahrbuch der
Baumpflege, Verlag Bernhard Thalacker 1999
* Dujesiefken, D., A. Wohlers und Th. Kowol: Baumkontrolle nach Baumarten
differenziert- typische Schadsymptome bei Linde, Eiche und Roßkastanie.
In: Jahrbuch der Baumpflege, Verlag Bernhard Thalacker 1999
* Jahn, H.: Pilze an Bäumen. Patzer Verlag 1990
* Reinartz, H und M. Schlag: Wichtige holzzerstörende Pilze an Straßen-
und Parkbäumen. DAS GARTENAMT 9/94
* Reinartz, H und M. Schlag: Integrierte Baumkontrolle (IBA). STADT UND
GRÜN 10/97
* Wessolly, L. und M. Erb: Handbuch der Baumstatik und Baumkontrolle.
Patzer-Verlag, 1998
* Wohlers, A.: Holzzerstörende Pilze - wichtige Arten an Straßen- und
Parkbäumen. In: Jahrbuch der Baumpflege, Verlag Bernhard Thalacker 1998
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Veröffentlicht in STADT UND GRÜN, Heft 7 (2000), S. 477-484,
Patzer-Verlag

Stämmlingsausbruch an Linde als Folge von gefährlichem Pilzbefall
mit Lackporling

Der Stämmlingsaubruch führte zu Sachschäden auf einem
Friedhof

Harmlos: Helmlinge am Stammfuß einer Robinie. Pilzfruchtkörper
auf Stielen sind fast immer hinsichtlich der Verkehrssicherheit ohne Bedeutung

Befall mit Schwefelporling an einer Weide

Kipp- / Bruchgefahr: Weit fortgeschrittener Befall mit Ganoderma am Stammfuß
einer Linde

Gefährlicher Porlingsbefall am Stamm einer Roßkastanie. Bruchgefahr.

Weit fortgeschrittener Befall mit Lackporling an einer Linde. Bruchgefahr.

Unscheinbar: Neubildung eines Lackporling-Pilzfruchtkörpers zwischen den
Wurzelanläufen einer Linde. Grenzwertig bruchsicher.

Abnormes Dickenwachstum an einer Linde als Reaktion auf weit fortgeschrittenen
Befall durch den Brandkrustenpilz. Bruchgefahr.

Unscheinbar: Die schwarzen Überzüge des Brandkrustenpilzes, in der Regel
zwischen den Wurzelanläufen.

Meistens sieht man nur noch die weißlichen, bereits mehr oder weniger
zerfallenen Fruchtkörper des Schwefelporlings, auf dem Foto an einem Eichenast.

Weit fortgeschrittener Befall mit Zottigem Schillerporling an einer Esche.
Grenzwertig bruchsicher.

Erst in fortgeschrittenem Befallsstadium kann der Holzabbau durch den
Zottigen Schillerporling allmählich auf den lebenden Splintholzbereich
übergreifen.

Abb. 8: Riesenporlingsbefall an Rotbuche. Obwohl der Baum pilzbedingt
bereits abstirbt, ist er noch immer stand- und bruchsicher.

Befall einer Esche durch den Sparrigen Schüppling. Stand- und bruchsicher.

Eichenfeuerschwamm am Stamm einer Eiche mit mehr als 6 m Umfang. Hochgradig
bruchsicher, 13,6-fache Bruchsicherheit

Folge eines weit fortgeschrittenen Befalles einer Rotbuche durch den Zunderschwamm:
Stämmlingsausbruch.

Pilzfruchtkörper des Hallimasch an einer Robinie.

Rinde und Kambium tot, unter der Borke weißliches Pilzmycel: Befall durch
den Hallimasch. Etwa zwei drittel der Krone der Roßkastanie waren bereits
abgestorben.

Grundsätzlich weniger gefährlich: Fruchtkörper des Leberpilzes in der
Stammhöhlung einer Eiche. Stand- und bruchsicher.

Pilzfruchtkörper des Klapperschwamms am Stammfuß einer Eiche
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